Nalina

new beginning
 
 

1 Monat Taizé

Taizébericht - TEIL 1

ein Monat Taizé,
ein Monat voll Erfahrungen,
ein Monat voller guter und tiefer Gespräche,
ein Monat ganz nahe bei Gott,
ein Monat des sich öffnens,
ein Monat der Gemeinschaft,
ein rundum gesegneter Monat.

So ungefähr wäre der Kurzbericht über den letzten Monat. Ich glaub mir hat noch nie ein Monat so gut getan. Der Abstand von allem "zu Hause" (Familie, Freunde, Foren) hat mir ziemlich gut getan, ich hab gemerkt wie ich aufatmen konnte, frei sein konnte und mich öffnen konnte.

Gemeinschaft
Jeder der schon einmal in Taizé weiß wie gut die Gemeinschaft dort tut. Das Miteinander ist einfach herzlicher, der Umgang ist freundlicher, es wird einem auch wenn man Fehler macht sehr viel Geduld entgegen gebracht und man darf sich einfach zu Hause fühlen. Und das nicht nur speziell in Tiazé, sondern auch bei Gott. Denn wenn schon Gemeinschaft, warum nicht auch mit ihm? Und eins hab ich bestimmt gelernt: Gemeinschaft kann so vieles sein. Miteinander reden, miteinander spazieren gehn, miteinander schweigen, zusammen Tee trinken oder auch einfach nur ein Zimmer miteinander teilen. Und im Endeffekt hab ich die Erfahrung gemacht, dass ich mit meinem Papa im Himmel eigentlich genauso Gemeinschaft haben kann und hab das in Taizé sehr genossen.
Es hat mir immer wieder so gut getan vor meinem Herrn und Gott auf die Knie zu gehen und ihm für das zu danken, was er mir alles geschenkt hat, was ich sonst kaum wahrnehme und einfach dafür, dass er er ist, dafür dass er Gott ist und zwar ein so wunderbarer, herrlicher Gott smile-blue Ein Gott, den ich auf der einen Seite anbeten und bei dem ich mich auf der anderen Seite ankuscheln kann. Wenn ich das so lese, is die Kombination für mich immernoch komisch, aber Gott hat mir an einem Abend geholfen eines anzunehmen: Er kann stark und trotzdem gleichzeitig einfühlsam und zärtlich sein. smile

Gemeinschaft is was so unheimlich wertvolles, ich glaub das ist so eine der vielen Erfahrungen, die ich in Taizé gemacht hab. Nach meiner ersten Woche, die ich ganz "normal" in Taizé verbracht hab, bin ich sonntags umgezogen nach N'Toumi, dem Teil von Taizé wo alle Mädels wohnen, die länger bleiben. Die ersten zwei Tage waren noch recht hart, weil alles neu war, die, die ich in der ersten Woche kennengelernt hatte, waren wieder weg, ich kannte von den Mädels niemanden und alles drumherum war fremd. Und ganz ehrlich hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben Heimweh... das Gefühl wenn einem die Gemeinschaft mit Leuten, die man lieb hat und liebt eben fehlt. Gott sei dank hatte ich aber wunderbare Zimmergenossinnen, mit denen ich mich sehr gut verstanden hab und auch mit anderen Mädels hab ich mich recht schnell ziemlich gut verstanden smile und das sogar so gut, dass ich mir am 3. Tag schon sicher war, dass ich auf jeden Fall länger als einen Monat bleiben würde, wenn ich die Zeit dazu hätte und allerspätestens beim Abschied war ich mir sicher, dass ich immernoch länger bleiben mag.
Es ist immer wieder verblüffend wie schnell man Leute in Taizé kennenlernt. Bei einigen, die ich nur eine Woche, höchstens 3 Wochen kannte, hatte ich das Gefühl wir würden uns schon einige Jahre kennen. Besonders bei den Vieren aus meiner ersten Woche gings mir so.

Ruhe und Entspannung
Auch wenn ich doch einiges zu tun hatte, konnte ich mich so richtg gut entspannen und all das, was ich so an großen und kleinen Lasten von daheim mitgebracht hab, Gott bringen und an ihn abgeben. Irgendwo in den Evangelien gibt es einen Abschnitt darüber, dass wir uns nit sorgen sollen was morgen is, jeder Tag hat seine eigene Sorgen. Und das hab ich vor Taizé schon gelernt und in Taizé noch viel mehr. Es bringt mir nix wenn ich mir ausmale was alles schief gehen kann, wenn ich mich mit meinen Sorgen plage statt sie einfach an Jesus abzugeben, der doch extra gesagt hat, dass wir mit unseren Lasten zu ihm kommen dürfen und auch sollen. Ich glaub ich hab immernoch nur den Hauch einer Ahnung wie dolle der Papa im Himmel mich liebt... Und noch eine schöne Erfahrung war für mich die, das Gott genügt. Mehr als ihn brauch ich nit in meinem Leben, er is das wichtigste, er steht im Mittelpunkt und er kann mir alles geben, was ich brauch. Und das wird er auch, er kümmert sich um mich smile Als ich heim gefahren bin, wollte ich mich unbedingt noch von einem Mädel, Maria, verabschieden, aber sie hat es irgendwie nit geschafft pünktlich zum Bus zu kommen. Ich hatte am Abend vorher noch für gebetet mich von ihr verabschieden zu können und kurz bevor mein Bus als letzter von allen Bussen wegfährt, taucht sie doch noch auf und ich kann sie zumindest nochmal sehen und ihr winken smile einfach schön smile
Was anderes, was ich in Taizé angefangen hab, ist spazieren zu gehen. Zuerst mit Till, Renascor, Ute und Tabea und später dann auch bisschen mal alleine. Beim spazieren gehn hat mal so richtig viel Zeit zum reden und nachdenken, man kann zwischedurch Rast machen an nem kleinen Fluss, Kieselsteine für Momratz suchen ( drück ) und einfach die Natur genießen, die sogar wunderbar geschaffen ist, so vielfältig, so komplex, so schön und trotzdem irgendwie "selbstverständlich". Zu Hause komm ich nit mal wenn ich jeden Tag ausschlafen kann so zur Ruhe wie den Monat in Taizé, in dem ich ganz bestimmt nicht zu viel geschlafen hab, eher das Gegenteil Augenzwinkern Aber da war so viel, was mir einfach wichiger war als ausschlafen und morgens wars immer so hell, dass ich auch schon früher wach war als ich eigentlich sein müsste. Zu Hause hätte ich mich darüber aufgeregt, mich beschwert wenn jemand früher aufgestanden wäre um noch zu duschen und mich damit wach gemacht hat. Aber die ganze Unruhe und Bitterkeit, die da bei mir immer wieder entsteht in genau so Situationen war wie weggespült und ich bin sehr dankbar dafür und hoffe mir einen Funken davon bewahren zu können, denn theoretisch weiß ich, dass ich mich nit aufregen brauch, dass nix so wichtig sein kann mir die Ruhe zu nehmen wenn ich in Gott ruhen kann.
Und ganz ehrlich, ich bin froh, dass ich den Monat alleine nach Taizé gefahren bin. Ich glaub ich hätte vieles nit so erleben können, mich nit so gehen lassen können, in Gottes Arme fallen lassen können, wenn jemand die ganze Zeit dagewesen wäre, der mich an zu Hause erinnert hätte und den ich kenne. Einsamkeit mit Gott is zwar en Gegensatz in sich, aber genau das, was mir in Taizé so wichtig war. Keiner, der mich von Gott abgelenkt hat, niemand der mir gesagt hat "Mach es lieber so" oder "denk noch an das", nur Er und ich smile Eigentlich is es unbeschreiblich und je mehr ich schreib, desto mehr merk ich, dass es so schwer is zu beschreiben, was ich in Taizé erlebt hab.
Ich glaub eins der Dinge, die mir die Ruhe und das zu Gott kommen einfacher gemacht hat, war dass in Taizé in jedem Gebet zwischendrin eine Stille von ca. 10 min ist. Keiner redet etwas und dann liegt es an jedem selbst was er aus der Zeit macht. Einer hat mir erzählt, dass er in jeder Stille etwas aus seiner Vergangenheit auskramt, was er noch nit so ganz verarbeitet hat, sich damit auseinandersetzt, vergibt, das zu Gott bringt und dann abschließen kann. Für mich ist die Stille meistens ne Zeit des Betens oder einfach bei Gott sein, sich in seiner Nähe baden.

(Teil 2 folgt noch später smile )

Liebe Grüße und ganz viel Segen euch,
Nalina

30.5.08 06:41

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