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Taizébericht - TEIL 2

Taizébericht - TEIL 2

Taizé - Jugendliche werden aktiv
Eines der Dinge, die mich an Taizé auch immer wieder fasziniert ist, dass dort fast alle Arbeit von Jugendlichen (17-29 Jahre) gemacht wird. Es gibt keine Angestellten und nur wenige Erwachsene und das sind dann die Brüder ("Mönche" und Schwestern ("Nonnen", die aber auch nur die Koordination machen, d.h. die Arbeitslisten für uns und als Ansprechpartner da sind wenn was nit so funktioniert wie es sollte und man keine Lösung findet.
Hier zu Hause würde mir nix einfallen, wo Jugendlichen so viel Verantwortung übertragen wird. Eine Woche hab ich abends während dem Gebet mit drei anderen Mädels Kinderbetreuung für 0-6jährige gemacht und von uns hatte eigentlich keiner wirklich "Ahnung". Und trotzdem hat man uns vertraut und diese Aufgabe übertragen. Da geht es nicht wie daheim, dass man alles schon einmal gemacht haben muss um es zu dürfen, sondern man immer wieder vor neuen Herausforderungen steht und diese Woche mit der Kinderbetreuung war wirklich eine Herausforderung für mich, das kann man nicht anders sagen. Aber ich war auch sehr dankbar dafür einmal Dinge machen zu "müssen", die ich mich daheim nie trauen würde oder für die ich einfach zu faul wäre.

Aber was Jugendliche alles so in Taizé arbeiten - von Klos putzen, Zelte aufbauen und Müll einsammeln bis zur Organisation des Empfangs, Ausarbeitung, Gestaltung und Leitung des Kinderprogramms und Kinderbetreuung - scheint nit nur mich zu beeindrucken, sondern immer wieder auch Erwachsene, die nach Taizé kommen. Es hat mich immer wieder gefreut wenn Erwachsene, vermutlich selbst Eltern oder schon Großeltern, uns ihren Respekt ausgesprochen haben und erkannt haben, dass das nix selbstverständliches is. Ich musste doch schon einige Male grinsen als mich Leute gefragt hab ob ich das echt freiwillig mach und vor allem warum. So ein Miteinander von "jung und alt" find ich richtig angenehm und empfind ich als großen Segen. Man bringt einander Respekt entgegen, Jugendliche arbeiten für Erwachsene und Erwachsene müssen sich auch schon einmal Jugendlichen unterordnen.
Und genau da scheitert es auch immer wieder. Ich glaube Altergenossen gegenüber würde sich diese Erwachsene so einiges nit trauen was ein paar von uns zu hören bekommen haben. Meine Zimmergenossin hatte einmal aus Versehen eine Frau während dem Gebet, also für ca. 1,5 Stunden, eingeschlossen und diese Frau hat sie für diesen Fehler so fertig gemacht, dass sie nachher geweint hat. Hätte sie sich das bei einem Erwachsenen auch so getraut? Ich weiß es nicht, aber ich vermute eher nein.
Vielleicht liegt das allein schon daran, dass das für viele Erwachsene ein echt ungewohnter Anblick zu sein, dass Jugendliche mit solch einer Begeisterung eigentlich alle Arbeit für 3.000 Leute, in Spitzenzeiten im Sommer sogar 6.000, machen und das freiwillig und oft für viele Monate am Stück. Und ganz ehrlich: Ich kann verstehen, dass das manchmal doch sehr ungewohnt ist smile


Bibeleinführung
Wenn man ganz normal eine Woche in Taizé hat man morgens eine Arbeit und nachmittags Bibeleinführung, das ganze anders herum oder morgens und nachmittags Bibeleinfürungen. Das ist leider wenn man länger da bleibt wie ich nit mehr möglich, weil man jeden Tag morgens, nachmittags und evlt. noch abends arbeitet. Daher gibts für uns extra-Bibeleinführungen im kleinen und gemütlichen Rahmen, die immer von einem der Brüder gemacht werden. Ein paar Tage vorher bekommen wir dann eine Bibelstelle, einen Text oder ein paar Fragen, über die wir uns Gedanken machen sollen zur Vorbereitung auf das Thema.
Was das Besondere an den Bibeleinführungen in Taizé is lässt sich für mich gar nit genau fassen, aber was Vergleichbares kenn ich nirgendswoher. Allein schon die Vielfalt ist wunderbar, denn es gibt für die Brüder keine Vorgaben wie sie die Bibeleinführungen machen sollen und das merkt man spürbar. Keine gleicht der anderen. Von den 5 Bibeleinfürungen, die ich hatte, ging die eine über ein Lied ("Lord of the dance" von Sydney Carter), zwei über Bibelstellen (Johannes 6, Pfingsten), eine über einen Text ("Gottes Wille und meine Wünsche" und eine Bibeleinführung hatte ein Thema (salvation - Heil).
Am interessantesten fand ich die eine über den Text und die über Pfingsten. Bei der Pfingstbibeleinführung hatte ich richtig den Eindruck, dass mich jemand an der Hand nimmt und mit mir durch die Bibel geht und trotzdem das alles unter dem Thema von Pfingsten. Da lande ich beim Turmbau von Babel, Jesu Kreuzigung, Jeremia, der Pfingsten ankündigt (Kap. 21), in der Schöpfungsgeschichte und im Johannesevangelium, wo die Jünger den Hl. Geist empfangen (Kap. 20). Es gibt zwar auch Brüder, die bei ähnlichen "Bibelspaziergängen" den Faden verlieren, aber Bruder Rob, der die Bibeleinführung gemacht hat, gehört nit dazu, was mich sehr beeindruckt hat. Was man alles aus einem Bibeltext rausholen kann, wenn man sich auf ihn einlässt, wenn man zuhört was er einem erzählen will und nit einfach nur denkt "Ach, kenn ich schon." und das gedanklich schon abhakt. Mir zumindest geht das nämlich oft so, dass wenn ich Bibel lese und über Texte wie die Ostergeschichte, Pfingsten oder das Gleichnis vom verlorenen Sohn stolper, dass ich da nur noch drüberlese, weil ich die nun echt in und auswendig kenne und in den meisten Predigten und Bibelarbeiten dazu auch wirklich nix mehr neues lerne. Aber in Taizé bin ich immer wieder überrascht mit was man eine Bibelstelle noch verbinden kann und was man da noch für Gedanken zu haben kann. Ein schöner Gedanke zu Pfingsten fand ich z.B. dass der Hl. Geist zu jedem in seiner eigenen Sprache redet. Alle, die um die Jünger herum gestanden haben, haben den Hl. Geist in ihrer Sprache reden gehört und im das ist wenn ich mir so Gedanken mach ja auch heute noch so. Zumindest redet der Hl. Geist mit mir kein Spanisch, das ich nit versteh Augenzwinkern Und dass der Hl. Geist in meiner Sprache redet hat der Bruder gemeint, heißt ja nit nur, dass er in meinem Fall deutsch redet, sondern dass er auch so redet, dass ich es versteh, so dass ich weiß was er meint, also auf mich abgestimmt.
Auf solche Gedanken wär ich nie gekommen wenn ich den Text nur für mich gelesen hätte und das hab ich auch noch nie in ner Pfingstpredigt oder Bibelarbeit gehört. Das mal so als kleines Beispiel, damit man besser versteht was mir da so gut gefällt smile

(Und wieder is es spät und ich bin immernoch nit fertig *g* Teil 3 folgt smile )

Liebe Grüße, seid gesegnet smile-blue
eure Nalina

30.5.08 23:48

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