Nalina

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1. Kapitel

Nalina war einmal eine lebensfrohe Zwergin, die viel mit anderen Zwergen unternahm, oft auf Streifzügen war um zu handeln, Geld zu verdienen und zu kämpfen. Doch eines Tages wurde sie krank, ihre Kräfte ließen nach und sie konnte immer weniger machen, immer weniger unternehmen und zum Kämpfen war sie schon lange zu schwach.

Alle Zwergenkünste konnten ihr nicht helfen, niemand wusste Rat.

Dem Tod war sie zwar nie nahe, aber was ist ein Zwergenleben ohne Spaß und Geselligkeit? Viel Besuch kam während der Zeit, in der sie kraftlos ans Bett gefesselt war, viele Fremde besuchten sie und überschütteten sie mit Ratschlägen und sonderbaren „Hilfsangeboten“.

Doch Nalina misstraute ihnen – vor allem den Magiern. Denn was man nicht sehen kann, ist komisch und was komisch ist, kann nicht gut sein.

Eines Tages hörte sie jedoch über einen Händler von einem Elfenpriester namens Avyrael. Keiner weiß warum in ihrem Herzen auf einmal Hoffnung keimte, aber irgendwann muss selbst eine Zwergin über ihren Schatten springen. So lies bat sie den fremden Händler diesem Elfenpriester herbitten, worauf er sich auch mit einem kleinen Beutel überzeugen lies.

Ein paar Tage später kam dann wirklich ein sonderbarer Elf ins Zwergendorf. Er wurde von vielen skeptisch betrachtet und die umstehen Zwerge fragten sich was denn ein Elf in ihrem Dorf wollte. Und noch dazu ein Priester. Überall hinter den Fenstern saßen die Zwerge, beobachteten den Sonderling und sahen ihn schließlich in das Nalina’s und ihrer Familie einkehren.

Auch Nalina war - als sie den Priester gesehen hatte - sich da auch nicht mehr sich was sie geritten hatte, einen Elfenpriester einzuladen. Aber gut, da musste sie jetzt durch. Sie begrüßten sich, redet miteinander und lachten miteinander. Nalina find nach einen paar Tagen schon an ihm zu vertrauen und erlaubte ihm sein Glück zu versuchen und sie zu heilen, was dieser natürlich gerne tat. In einem für Nalina geheimnisvollen Ritual rief er seinen Gott an und sie spürte wie Kraft in sie fuhr, wie Stärke, Leidenschaft und Mut zurückkamen. Nalina war hell auf begeistert, in ihrem Freudensturm nahm sie Avyrael, der ihr mittlerweile zum Freund geworden war in den Arm – Dankbarkeit und Lebensmut in ihren Augen.

Und seit diesem Tag wächst die Freundschaft der beiden immer mehr. Für Nalina ist Avyrael ihr weiser „Adoptiv-Papa“ und dieser freut sich über seine quirlige Ziehtochter, mit der er sowohl spaßige als auch ernste Gespräche führen kann und die ihm sehr angenehm ist mit ihrer Zwergenmentalität.

Doch nicht nur die Heilung kam durch den Elfen in ihr Leben – sie gab ihm auch ein Versprechen.

„Nalina, kannst du mir eins versprechen?“, bat Avyrael sie. Freudig wie sie ist, sagte sie ihm das in ihrer Macht stehende zu. Mit ernstem Gesicht, das die Wichtigkeit seiner Worte betonte erzählte Priester Avyrael ihr von gut und böse, vom rechten Weg und von seiner Überzeugung als Lichtelf. Gespannt hörte sie zu und nickte schließlich zustimmend auf seine Bitte hin, für das Gute zu kämpfen, was sie bis heute tut…

(to be continued...)

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2. Kapitel

Ein Brief an Barek Schmiedehammer, Vorsitzender der Vereinigung der Schmiede.

Mahal, werter Barek!

Bei dem vorliegenden Tagebuch und sonstigen Dokumenten handelt es sich um von Nalina angefertigte Schriftstücke, die ich euch übersenden soll. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das Tagebuch absichtlich ebenfalls bei mir landete.

Nun aber zur Sache: mir geht es um Nalina, die schon seit vielen Jahren meine Schülerin ist und sich geschickt anstellt bei dem, was ich ihr beibringen kann. Ihre Arbeiten sind wahrlich sauber gearbeitet. Zwar braucht sie Zeit dafür, was mich jedoch nicht stört, da ich Qualität um einiges höher erachte als Quantität.

Da ich ihr nun aber alles beigebracht habe, ich mir aber wünsche, dass sie ihr Potential nutzt, bitte ich Euch sie in die Lehre zu nehmen um ihr die höhere Schmiedekunst zu vermitteln.

Ich stehe mit meinem Namen dafür, dass ihre investierte Zeit keine verschenkte sein wird!

Anbei sende ich Euch noch einige Dokumente, damit sie sich ein Bild von ihr machen können um fundiert darüber zu entscheiden ob Ihr sie bei Euch aufnehmen und lehren wollt.

Maphr behüte Euch! Kal maerdh!

-- der Namen, den die Unterschrift darstellt, ist leider zu verschnörkelt um ihn lesen zu können

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Ein Bote mit dem obigen Schreiben erreicht Barek Schmiedehammer. Außerdem überreicht er ihm folgende Schreiben

1) Führungszeugnis (ausgestellt von Nalinas vorherigem Lehrer)

2) Tagebuch

, deren Inhalt wie folgt aussieht:

1) Führungszeugnis

Ich lehrte Nalina nun mittlerweile einige Jahre. Von Anfang an war sie eine gelehrige und gute Schülerin, die viel Spaß an ihrer Arbeit hat. Das Schmieden scheint ihr in die Wiege gelegt und nie überlegte sie doch ein Wandersleben zu beginnen um dem Sammeln nachzukommen. Sie scheint ihre Stärken recht gut einschätzen zu können – ebenso ihre Schwächen. So war das Schmieden von Waffen nie ihr Spezialgebiet, viele hatte nicht die Perfektion, die man von einem Schmied erwarten würde. Andererseits waren ihre Rüstungen und sonstige Alltagsgegenstände immer einwandfrei und übertrafen teilweise die Arbeiten meiner anderen Lehrlinge. Eins jedoch ist auch anzumerken: Wofür Nalina’s Herz nicht schlägt, da macht sie Fehler und daran arbeitet sie sehr viel weniger konzentriert. So konnte ich es ihr in der ganzen Zeit auch nicht austreiben, dass sie ihre Fabrikate nur an gut und neutral Gesinnte verkaufte und sogar die Preise daran ausrichtete. Ich hoffe ihr werdet damit nicht allzu viel Mühe haben und könnt darüber hinwegsehen.

Ich möchte jedoch keineswegs den Eindruck aufkommen lassen als sei Nalina ein schlechter Lehrling. Die Zeit mit ihr ist doch oft sehr amüsant, ob in Wirtshäusern, in Diskussionen oder einfach im Alltagsleben. Sie kann sich bei vielen Sachen gut unterordnen und arbeitet sehr gewissenhaft und hart. Auch scheut sie keine Kosten und Mühen enorme Mengen an Gold in für sie besondere Werke, was ich sehr bewundernswert finde. Insgesamt hat Nalina eine angenehme Art, auch ihre Freunde, die ich kennen lernen durfte, sind gute Gesellschaft –wenn auch nicht ganz trinkfest, da es meist keine Zwerge sind. An Freunden wären vor allem dem Menschen Pater Johannes, den Priesterelfen Avyrael ihr Ziehvater, den Elfenkrieger Cuthalion, Narea, Tungril und Simson zu nennen. Somit dürfte die Tatsache ins Gewicht fallen, das sie merklich gut, auch mit anderen Völkern und Rassen und Wesenarten, in Kommunikation, Gesellschaft, Scherz und Diskussion treten kann.

Ich möchte euch wirklich bitten, dass ihr Nalina in eure Obhut und Lehre nehmt, denn bei mir kann sie nicht mehr genug lernen. Ihr Potential ist jedoch sehr hoch und sie ist es wert ausgebildet zu werden – es lohnt sich. Vor einem sollte man bei ihr jedoch gewarnt sein: Zwingt sie nicht zu sehr gegen ihren Willen, es bringt nichts. Sie ist ein Sturkopf, kann jedoch wenn man ihr ihre Freiheit lässt ein echter Segen sein. Diese Freiheit braucht sie jedoch auch. So habe ich gehört, dass Tungril ihr anbot, sich der Handelunion anzuschließen, was für sie ein großer Vorteil wäre. Sie lehnte jedoch ab, da sie nicht neutral gesinnt sei. Sie hat nun einmal ihre Prinzipien.

Zu guter letzt hier noch einige Noten:

Waffenschmieden: befriedigend

Rüstungsschmieden: gut

Seelen- und Geistschüsse: sehr gut

Helme, Handschuhe, Schuhe: sehr gut

Materialien: gut

Verhalten: sehr gut bis gut

Sonstiges:

Gesinnung: gut

2) Tagebuch

Ein altes, fast zerfleddertes Büchlein mit einer recht sauberen, verschnörkelten Schrift beschrieben. Folgende Einträge sind enthalten:

Tagebucheintrag „Johannes“

Mahal liebes Tagebuch,

heute habe ich einen Menschen kennen gelernt. Sein Name ist Johannes und er scheint ähnlich wie mein Papa Avyrael zu sein, denn er ist Pfarrer (Nachtrag: mittlerweile sogar Pater!). Auch wenn ich ihn noch nicht lange kenne, scheint er eine angenehme Art zu haben und Einhasad wirklich zu dienen, für Einhasad zu leben. Außerdem ist er echt, hilfsbereit und ein guter Gesprächspartner – Dinge, die ich sonst fast nur von Elfen kenne. Die Menschen sind ja doch sehr zwigespalten… noch viel mehr als wir Zwerge. Bei meiner Rasse kann man sich wenigstens auf die Neutralität verlassen, doch bei den Menschen weiß man nie wie sie sind, man muss jeden einzelnen kennen lernen und kann nie von einem auf andere schließen.

Ich glaub wir können wirklich gute Freunde werden.

Tagebucheintrag „Hatchling“

Mahal liebes Tagebuch,

jetzt endlich habe ich einen Drachen! Um genau zu sein einen kleinen Drachen, einen Hatchling, der mir überall hinfolgt. Doch zuerst hat es gar nicht so ausgesehen als ob ich einen bekommen könnte, denn an dem Tag, an dem der Tierhändler ins Königreich Adens kommen würde, sollte ich schon lange auf einer längeren Reise an die äußersten Enden des Reiches sein. Doch Maphr sei Dank bot Cuthalion, mein lieber Elfenfreund seine Hilfe an, indem er den Hatchling für mich abholte und mir dann später überreichte. Schon interessant wie die Dinge doch immer passen. Daraufhin bin ich direkt in ein Wirtshaus ein Met auf dieses Ereignis und auf meinen neuen Gefährten trinken!

Tagebucheintrag „Orküberfall“

Mahal liebes Tagebuch,

der Anlass heute zu schreiben ist leider kein schöner. Ich konnte es kaum glauben als ich in Gludio auf den Marktplatz ging: Zwei Orks griffen Avyrael an! MEINEN Papa! Ich konnte mich gar nicht mehr halten, so sauer war ich und habe mich gleich in das Bein des einen gekrallt. Ein Mensch war auch noch dabei und später ein Elf, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere. Ihm verdanke ich aber, dass es Avyrael wieder gut geht. Du glaubst nicht was das für eine Erleichterung war… Ich konnte nicht einmal die Tränen zurückhalten, ich hatte richtig Angst um ihn…