Nalina

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Außenseiter


Jeder kennt sie und keiner will selbst einer sein, oft wird über sie gehetzt. Oft sind es Leute, die entweder zu wenig denken oder zu viel denken, anders denken oder anders aussehen, andere Prioritäten haben, zu viel auffallen oder total unauffällig sind, sich nicht trauen jemanden anzusprechen oder mit jedem gut Freund sein wollen, zu viele Beziehungen haben oder zu wenige, zu brav sind oder sich unmöglich benehmen, andauernd nur Mist machen oder perfekt sind.
Also einfach Leute, die man nicht verstehen will, die einem zu kompliziert oder zu anders sind.

Dabei gibt es so viele verschiedenen Außenseiter, dass für jeden Geschmack was dabei sein müsste. Das wissen vielleicht sogar einige, aber irgendwie ist das doch zu viel Arbeit und man hat ja seine Freunde. So bleiben "Außenseiter" alleine und "Insider" zusammen.
Bequemlichkeit geht natürlich vor statt auf Leute zu zugehen, was ja nicht mit Sieben-Meilen-Stiefel sein muss. Auch kleine Schritte sind Schritte. Und oft ist das sogar effektiver, weil man 1. nicht mit der Tür ins Haus fällt und 2. Vertrauen Zeit braucht.

Ich persönlich finde, dass es sich als Außenseiter noch relativ angenehm lebt, wenn man sich nicht zu viele Gedanken darüber macht, was die anderen von einem denken und vor allem reden. Aber wenn man dann mitbekommt wie andere über einen herziehen oder hetzen finde ich das schon ziemlich heftig, vor allem wenn man ganz in der Nähe steht und denkt "Das müssten die doch auch mitbekommen. Wollen die mir eigentlich weh tun? So unsensibel kann man doch gar nicht sein.". Aber andererseits: Wie oft passiert es einem selbst, dass man über andere redet, vielleicht lästern und derjenige kommt gerade in dem Moment vorbei. Man sollte sich also immer auch mal überlegen wie man selbst von anderen Leuten redet und denkt.

Aber zurück zur anderen Seite. Ich finde, dass man daraus auch viel lernen kann. Ich hab zum Beispiel als ich auf die neue Schule kam vor 5 Jahren meine erste Freundin da gefunden, indem ich einfach da gesessen hab - alleine - und ein Mädel auf mich zu kam und angefangen hat mir zu reden. Erst einmal und dann hat sich das irgendwie weiter so ergeben. Im nachhinein merke ich, dass das ein richtig wichtiger Moment für mich war. Als ich nach der 6. Klasse in eine neue Klassengemeinschaft kam, fand ich recht schnell Freunde, weil wir Leute waren, die irgendwie fast alle aus dem "Normal-sein-Schema" rausfielen und es kannten wenn schlecht von einem geredet wird oder man alleine da steht, also Außenseiter ist. Wir waren menschlich total unterschiedlich, aber die Erfahrung hat uns verbunden oder zumindest den größtenteil der Klasse. Da hab ich auch zum ersten Mal Freunde gefunden, bei denen ich sagen kann, dass ich denke sie meinen es ernst, sie lästern nicht über mich und selbst wenn wir mal nicht mehr befreundet sein werden, können wir noch miteinander umgehen, reden usw.

Aber ein paar Freunde hab ich nach und nach dadurch gewonnen, dass ich (unbewusst) mit anderen zusammen auf welche, die alleine da gesessen haben, zugegangen bin und einfach versucht hab mit ihnen Gespräche anzufangen. So ist eigentlich unsre ganze Clique entstanden.
Und das will ich auch irgendwie weitergeben. Dass man das Wissen, das man hat wie es als Außenseiter ist, nutzen soll. Man kann dadurch so gut anderen helfen, man lernt wieso Ehrlichkeit wichtig ist, wieso Echtheit wichtig ist, wieso Verlässlichkeit und Treue wichtig ist. Das ist schon enorm finde ich. Bei anderen (negativen) Sachen ist es natürlich auch so, aber da ist es mir gerade aufgefallen.

Negative Sachen sind negativ und daran darf man auch nix schön reden, aber man kann auch immer das Beste daraus machen und lernen.

Achtung!
Mir ging es hierbei nicht um mich oder um Selbstmitleid.
Mir geht es darum, dass wir selbst anfangen aufzupassen wie wir selbst mit anderen umgehen, über sie reden und ob es nicht Situationen gibt, in denen wir auf andere zugehen können.
Außerdem sollte man sich nicht total den anderen angleichen, um bloß nicht gegen den Strom zu schwimmen und Außenseiter zu werden. Absichtliches gegen den Strom Schwimmen einfach weil es Spaß macht, finde ich aber auch keines Wegs in Ordnung.